Rennsport-Lexikon A bis M

Wissen A

ABTRIEB
Eine senkrecht nach unten gerichtete aerodynamische Kraft, die durch Flügelprofile an Front und Heck des Fahrzeugs erzeugt wird. Ziel ist es, durch Abtrieb die Bodenhaftung des Fahrzeuges zu verbessern.
 
ANSTELLEN
Querstellen des Rallye-Autos für die schnellere Durchfahrt einer Kurve.
 
ADELAIDE STREET CIRCUIT
Rennstrecke in der australischen Stadt Adelaide.
 
AIRBOX
Durch die an der Vorderseite der Motorabdeckung über dem Kopf des Fahrers befindliche Airbox wird der Motor mit Luft gekühlt und dadurch die Leistung erhöht (Formel-Autos).
 
AUFSCHRIEB
Im Aufschrieb (auch Gebetbuch oder Notes genannt) hält der Beifahrer jede Passage einer Wertungsprüfung schriftlich fest. Den Aufschrieb erstellen Fahrer und Beifahrer gemeinsam im Training (auch Recce genannt). Der Aufschrieb wird in einem Ringbuch aus Papier festgehalten. Es gibt wahrscheinlich so viele verschiedene Aufschrieb-Systeme wie Rallye-Piloten. Im deutschsprachigen Raum teilen viele Teams die Kurven von 1 (langsam) bis fünf (schnell) ein. Während der Fahrt liest der Beifahrer dem Piloten den Aufschrieb vor.
 
AUTODROMO ENZO E DINO FERRARI
Rennstrecke beim italienischen Ort Imola.

Wissen B

BAKU CITY CIRCUIT
Rennstrecke in der aserbaischanischen Hauptstadt Baku.
 
BATLETS
Kleine Flügel die am Ende der Seitenkästen bei Formel-Autos für einen besseren Luftstrom um die Hinterreifen herum sorgen. Damit soll mehr Abtrieb generiert werden.
 
BALANCE
Ein gut ausbalanciertes Rennfahrzeug neigt weder zum über- noch zum Untersteuern und lässt sich dementsprechend einfacher und schneller auf der Strecke fahren.
 
BLACK BOX
Die Black Box, auch ECU (electronic control unit), zeichnet wie bei einem Flugzeug auch, wichtige Daten zur späteren Auswertung auf und steuert die wichtigsten elektronischen Systeme des Boliden.
 
BOX
Bezeichnung für die Werkstatt neben der Rennstrecke. Hier werden die Wagen gewartet, repariert und Daten ausgewertet.
 
BOXENSTRASSE
Beschreibt die direkt vor den Boxen liegende Fahrbahn. Diese Strasse ist den Teams und ihrem Personal zugänglich und dient als Zufahrt zu den jeweiligen Boxen. Es gelten Höchstgeschwindigkeiten zwischen 60 bis 80 km/h. Ein überschreiten dieses Limits wird mit Geld- und Zeitstrafen geahndet.
 
BOXENSTOPP
Das Anhalten eines Rennwagens während des Rennens an der Box um Reifen zu wechseln, Treibstoff nachzutanken und eventuell technische Probleme zu beheben soweit möglich. Boxenstopps spielen in der Rennstrategie eine massgebliche Rolle und entscheiden oft über Sieg oder Niederlage.
 
BREMSPLATTEN
Blockiert ein Rad beim Anbremsen einer Kurve entsteht eine flache Stelle auf dem Reifen die oft zu starkem Holpern des Rades führt. Der Reifen, sprich das Rad ist nicht mehr richtig rund.
 
BRIDGESTONE
Japanische - Reifenfirma die mehrere Rennsportserien beliefert.

Wissen C

CHASSIS
Französischer Begriff der heute international für das Fahrwerk oder Fahrgestell genannt wird.
 
Circuit Karl-Marx-Allee
Temporärer Stadtkurs in Berlin für die Formel E.
 
COCKPIT
Position des Piloten (und des Co-Piloten) im Rennfahrzeug, versehen mit Instrumenten, Sicherheitsgurten und eventuell auch Airbags.
 
CORNER
Englische Aussprache für Kurve, in den verschiedenen Motorsportklassen gebräuchlich.
 
CURBS
Die meist rot-weiss oder weiss-blau lackierten Randsteine, welche die Strecke von den umliegenden Kiesbetten, Rasenflächen oder Asphaltzonen abgrenzen.

CUTTEN
Schneiden einer Kurve aus der Ideallinie. Die Rallyefahrer achten während der Vorbereitung der Wertungsprüfungen vor der Rallye besonders auf Kurven bei denen dies möglich ist, hier können entscheidende Zeitvorteile herausgefahren werden.
Foto: Die neunfachen Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb und Beifahrer Daniel Elena (Citroën C4 WRC) bei der Rallye Deutschland 2008.

Wissen D

DIFFERENTIAL
Getriebe das die Verteilung der Antriebskräfte auf die Räder steuert. Eine gute Einstellung des Differenzials verhindert das Durchdrehen der Räder.
 
DOWNFORCE
Downforce oder Abtrieb (siehe unter Abtrieb).
 
DREHMOMENT
Der Gradmesser für die Durchzugskraft eines Motors, seine Elastizität und das Beschleunigungsvermögen. Basis ist der Verbrennungsdruck im Motor, der über die Kolben und Pleuel auf die Kurbelwelle wirkt. Am effektivsten ist er, wenn der Füllungsgrad optimal und die Verbrennung am wirksamsten ist. Dies ist nicht bei der Höchstdrehzahl der Fall, sondern leicht darunter. Während die PS-Zahl eines Fahrzeuges bestimmend für dessen Endgeschwindigkeit ist, so ist das Drehmoment eine für die Beschleunigung des Fahrzeuges charakteristische Grösse (Umdrehung in der Minute kurz U/min).
 
DRIVE-BY-WIRE
Ein Drive-by-Wire-System ersetzt die Seilverbindung des Motors zum Gaspedal, da ein Sensor die Stellung des Gaspedals misst und die Drosselklappen entsprechend steuert.
 
DRIVE-THROUGH-PENALTY
Abwandlung der eigentlichen 10 Sekunden Zeitstrafe. Bekommt ein Fahrer eine Drive-Through-Penalty, so muss er einmal mit begrenzter Geschwindigkeit durch die Boxenstrasse fahren. Eine Drive-Through-Penalty darf nicht mit einem Boxenstopp kombiniert werden.

Wissen E

EINZELRADAUFHÄNGUNG
Fahrwerkskonstruktion bei der die Räder einer Achse unabhängig voneinander geführt werden und einzeln mit dem Chassis verbunden sind.
 
EINFÜHRUNGSRUNDE
Die Einführungs- oder Formationsrunde wird von den Fahrern vor dem Start des Rennens absolviert. Es gibt Rennserien bei denen mehr als eine Einführungsrunde gefahren wird.

Wissen F

FLAGGENSIGNALE
Siehe unter Flaggensignale an der Rennstrecke und bei Gelbphase (Lexikon G).
 
FLIEGENDE RUNDE
Als «fliegende Runde» wird die Runde bezeichnet die zwischen der Ein- sowie der Ausrollrunde liegt im Qualifying.
 
FLIEGENDER START
Dies ist eine Startvariante bei der die Rennwagen zunächst in die Einführungsrunde fahren wobei ein Safety-Car das Fahrerfeld anführt. Sobald das Safety-Car von der Rennstrecke fährt wird der Start aus der Bewegung heraus freigegeben auf der Startgeraden mit einer Ampel (WEC, IndyCar, NASCAR, etc.)
 
FORMEL SPORT
Rennklassen mit einsitzigen Rennwagen (Monoposto, z.B.: Formel1, Formel E, Formel3, IndyCar)
 
FREITAGSTEST
Die F1-Teams dürfen in den beiden Freien Trainings am Freitag einen dritten Fahrer einsetzen. Dieser wird als Freitagstestfahrer bezeichnet.

Wissen G

GELBPHASE
So wird jene Phase eines Rennens bezeichnet bei der gelbe Blinklichter leuchten und gelbe Flaggen geschwenkt werden. Damit wird angezeigt, dass das Überholen verboten ist und langsam gefahren werden muss, weil es auf der Strecke Behinderungen gibt. In der Gelbphase führt das Safety-Car das Rennen an und bestimmt das Tempo. Die Gelbpahse wird auch als «Full Course Yellow» (FCY) bezeichent. Bei der «Virtual Safety-Car» (VSC) Phase müssen die Fahrer eine tiefe Geschwindigkeit einhalten und den Abstand zum Vordermann halten. Ein eigentliches Safety-Car kommt nicht auf die Strecke.
Foto: Die Ausrüstung der Streckenposten.

 
G-FORCE
Englische Bezeichnung für die Masseinheit der Erdbeschleunigung: 1G entspricht 9,81 Metern pro Sekunde im Quadrat. Bei Autorennen benennt man mit dieser Masseinheit die Querbeschleunigung des Wagens in einer Kurve.
 
GOOD YEAR
US-Reifenfirma die mehrere Rennsportserien beliefert.
 
GPDA
Abkürzung für Grand Prix Driver Association, die Fahrervereinigung zu der sich die Formel1-Piloten zusammengeschlossen haben.
 
GRID
International verwendeter Begriff für Startaufstellung.
 
GRIDGIRL
Vom Hauptsponsor eines Rennens angagierte Damen die mit einer Tafel den Fahrern und Zuschauern den Startplatz anzeigen.
 
GRIP
Hiermit ist die Fähigkeit gemeint die Kraft des Motors auf die Fahrbahn zu übertragen. Bei mechanischem Grip ist das Chassis in seiner Gesamtkonstruktion und die Haftfähigkeit der Reifen gemeint. Aerodynamischen Grip nennt man den Abtrieb (siehe auch unter Abtrieb).
 
GURNEY FLAP
Die nach dem Ex-Rennfahrer und Konstrukteur Dan Gurney benannten Gurney Flaps sind kleine aerodynamische Leisten, mit denen Front- und Heckspoiler abschliessen und welche zusätzlichen Abtrieb generieren (siehe auch Abtrieb und Flap).
 
GROUND EFFECT
Der Ground Effect wurde von Colin Chapman (Lotus) erfunden. Hierzu wurden an den Wagen seitliche «Schürzen» montiert, welche die F1-Autos durch einen physikalischen Effekt (Vakuum zwischen Unterboden und Strasse) an die Strecke «ansaugte». Dies hatte zur Folge, dass die Kurvengeschwindigkeiten enorm stiegen. In den 1980er Jahren wurden die sogenannten «Schürzen» verboten per Reglement nach schweren Unfällen.
Foto: Ein Modell vom Williams FW07 mit den beweglichen Seitenteilen. Clay Regazzoni gewann damit den ersten Grand Prix für das Williams Team 1979 in Silverstone.

Wissen H

HANDLING
Aus dem Englischen stammender Begriff welcher das Fahrverhalten von Rennwagen beschreibt.
 
HATTRICK
Unter dieser Bezeichnung versteht man im Rennsport: Pole-Position, Sieg und schnellste Runde am gleichen Rennwochenende.
 
HANS-SYSTEM
Das in den USA entwickelte Head and Neck Support System beruht auf einem steifen, kragenförmigen Kohlefaseraufbau, der mit den Schultergurten am Oberkörper fixiert und durch entsprechende Bänder am Helm der Rennfahrer befestigt wird. Durch diese stabilisierende Wirkung werden bei einem Unfall extreme Beschleunigungsbewegungen des Kopfes vermindert und gefährdende Halskräfte reduziert. Es wird verhindert, dass der Kopf des Fahrers bei einem Unfall nach links oder rechts gedrückt wird, sprich nach vorne am Lenkrad aufschlägt.
 
HECKFLÜGEL
Der Heckflügel ist ein aerodynamisches Hilfsmittel welches hinten am Rennwagen montiert ist und aus einem oder mehreren Elementen besteht.
 
HYBRIDAUTO
Allgemein versteht man in der Technik unter Hybrid ein System bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert werden, z. B. ein Benzin-/Diesel- und ein Elektromotor.

Wissen I

IDEALLINIE
Die Ideallinie ist auf der Rennstrecke jener Weg auf dem man den Kurs am schnenllsten umrunden kann (bestes Gripniveau).
 
INSTALLATIONSRUNDE
Erste Runde eines Fahrers am Beginn einer Trainingssitzung, der Qualifikation oder vor der Fahrt in die Startaufstellung. Es werden alle Systeme und Einstellungen nochmals geprüft während dieser Runde.
 
INTERMEDIATES
Reifen mit flachem Regenprofil für wenig Wasser auf der Strecke (leichter Regen, abtrocknende Strecke).

Wissen K

KIESBETT
Mit Kies gefüllte Auslaufzone neben der Rennstrecke. Der Kies soll die Autos bei einem Unfall abseits der Strecke einbremsen und möglichst schnell zum Stehen bringen. Mittlerweile werden die Kiesbette jedoch meist von Asphaltauslaufzonen ersetzt.
 
KOHLEFASER
Leichter und sehr belastbarer aber teurer Verbundfaser-Werkstoff. Mittlerweile werden nicht nur Chassis, sondern auch Teile wie Bremsscheiben aus Kohlefaser gefertigt im Rennsport.

Wissen L

LEITPLANKEN
Mit der Einführung von Leitplanken im Rennsport hat sich die Sicherheit sowohl für Fahrer als auch für die Zuschauer wesentlich erhöht. In den Anfängen der Formel 1 wurden Bäume, Mauern oder andere Hindernisse oft nur mit wenigen Strohballen abgedeckt. Heute werden auf allen Rennstrecken speziell entwickelte Leitplanken aus Metall und Kunststoff montiert, die auch einem Aufprall von 300 km/h standhalten.

Wissen M

MONOCOCQUE
Aus dem Französischen stammende Bezeichnung für die einschalige Bauweise der Fahrerzelle eines Formel-Rennwagens. In den Anfängen dieser Bauweise wurden Fahrerzellen aus Leichtmetall gefertigt. Heute bestehen sie aus Kevlar, Kohlefasern und anderen Verbundstoffen (siehe auch bei Kohlefaser).
 
MONOPOSTO
Italienischer Begriff für einsitzige, offene Rennwagen mit freistehenden Rädern.
 
MOTORHOME
Überdimensionales «Wohnmobil» in welchem sich die Fahrer und Teamverantwortlichen an der Rennstrecke entspannen, trainieren, Pressetermine abhalten, Gäste empfangen, Strategiebesprechungen durchführen und mit Nahrung versorgen.
 
MOUSSE-REIFEN
Die Rallyreifen-Hersteller haben ein System entwickelt, dass den Reifen vor Druckverlust schützt. Bei Michelin heisst das System ATS, bei Pirelli EMI. Im Falle eines Reifenschadens entfaltet sich eine Schaumfüllung (Mousse), die den Reifen stabil hält. So kann der Fahrer die Wertungsprüfung beenden.
 
MULETTO
So nennt man in Italien normalerweise einen kleinen Esel. In der Formel 1 wird so der Ersatzwagen genannt, der vor allem bei Tests herangezogen wird.